Etymologie und Herkunft
«Lind» bedeutet weich, biegsam, beides Eigenschaften, die das Lindenholz auszeichnen. Lindenblüten «lindern» Schmerzen und Fieber, und der Lindwurm erhielt seinen Namen vermutlich vom Lindenblatt, dank dem der Drachentöter Siegfried unverletzlich wurde.
In Europa sind zwei Arten heimisch, die Sommerlinde (Tilia platyphyllos) und die Winterlinde (Tilia cordata). Grundsätzlich sind Sommerlinden stärker im Westen und Süden Europas vertreten, Winterlinden dagegen reichen weiter in den Norden und Osten.
Allgemeine Beschreibung
Habitat: Linden sind lichtbedürftig und gedeihen am besten an sommerwarmen Standorten. Sommerlinden bevorzugen kalkhaltige Böden, während Winterlinden in der Schweiz mehrheitlich auf sauren Böden wachsen.
Lebenserwartung: Linden werden uralt. Ein Baum in Bayern wird auf 1200 Jahre geschätzt.
Maximale Höhe: 30 m (Sommerlinde) bis 40 m und mehr (Winterlinde). Nach dem 150. Altersjahr wachsen Linden nur noch in die Breite.
Freistehende Linden bilden regelmässige, dichte und harmonische Kronen. Sommerlinden streben eher in die Breite, Winterlinden bleiben schmal und oval. Bei alten Linden wird die Krone durchsichtiger.
Bei jungen Linden ist die Rinde hellgrau und glatt, mit dem Alter wird sie gefurcht und dunkel. Der Stamm betagter Bäume ist oft bucklig und hohl. Kräftige Pfahlwurzel mit langen Seitenwurzeln. Sommergrüne Laubbäume. Die Blätter sind wechselständig angeordnet und herzförmig. Bei der Sommerlinde ist die Unterseite weiss behaart, bei der Winterlinde sind diese Bärtchen beim ausgewachsenen Blatt hingegen rostrot.
Sommer- und Winterlinden blühen im Mai–Juni. 5–12 büschelig angeordnete Blüten hängen an einem langen Stiel, der mit einem flügelartigen Hochblatt verwachsen ist. Die Blüten sind zwittrig, gelb bis grünlich und stark duftend (enthalten das ätherische Öl Farnesol). Lindenblütentee ist als schweisstreibendes Hausmittel altbekannt. Wertvolle Bienenweidepflanze.
Aus dem behaarten Fruchtknoten entwickelt sich eine kugelige kleine Nuss mit ein oder zwei an einem Flugblatt hängenden Samen. Die Früchte fallen im Herbst und Winter ab.